Frankenpostbericht von Sandra Hüttner
24 Stunden "Feuer und Flamme"
Eine Tag- und Nachtschicht legen zwölf junge Leute beim Berufsjugendfeuerwehrtag in Marxgrün ein. Dabei steht der Funkwecker nicht still: Mit zwei Löschzügen geht es an den Einsatzort.
Marxgrün - Feuer und Flamme für die Feuerwehr - das sind zwölf Jugendliche, drei aus Issigau und neun aus Marxgrün. Alle zwölf haben eine 24-Stunden-Schicht bei der Freiwilligen Feuerwehr Marxgrün angetreten gleich einem Arbeitstag bei der Berufsfeuerwehr. Für alle Beteiligten sollte es ein sehr langer und arbeitsintensiver Tag werden, an dem ein Ereignis auf das andere folgte. Bei jeder Alarmierung waren Wissen und Können der jungen Leute gefordert, die alle Aufgaben selbstständig zu erfüllen hatten. Die Marxgrüner Wehr hatte zu ihrem mittlerweile sechsten "Berufsjugendfeuerwehrtag" geladen, den dritten in Zusammenarbeit mit der Jugendfeuerwehr Issigau. Dass die Jugendlichen im Alter von zwölf und 18 Jahren während ihrer "Schicht" jede Menge erlebten und alles reibungslos verlief, dafür waren einige erwachsene Helfer mit eingespannt. Neben dem Feuerwehrdienst musste auch die Verpflegung gemanagt werden. Ziel der 24-Stunden-Schicht war es, den Jugendlichen die Vielfalt des Feuerwehrdienstes einschließlich Einsatzbereitschaft, Ausbildung und Kameradschaft aufzuzeigen.
Sage und schreibe 21 kleinere und größere Einsätze mussten abgearbeitet werden, zu denen selbstverständlich mit Blaulicht und Sirene ausgerückt wurde. Die Einsätze deckten das ganze Spektrum der Feuerwehr ab, Technische Hilfeleistung war ebenso gefragt wie das Löschen von Bränden und immer standen erfahrene Kräfte zur Seite, erklärten, gaben Ratschläge und halfen. Die "Leitstelle Frankenwald" hatte im Raum des Modelleisenbahnclubs Einzug gehalten, hier wurden letzte Einzelheiten besprochen, anhand von Ortsplänen die Lage nochmals sondiert. Zum Speise- und Aufenthaltsraum war der Unterrichtsraum umfunktioniert worden. Der alte Unterrichtsraum diente als Nachtlager, sofern denn nicht schon wieder der Funkwecker piepte.
Mit dem neuen Löschfahrzeug 49/1 der Marxgrüner Wehr und einem Löschzug der Issigauer Wehr rückten die Jugendlichen aus. Unter ihnen auch zwei junge Damen. So musste die junge Truppe im Steinbruch bei Marxgrün eine verschüttete Person retten. Selbstverständlich handelte es sich dabei um einen Dummy, aber der Einsatz wurde realitätsnah abgearbeitet. Ein Einsatz stellte sich beim Eintreffen als Fehlalarm heraus - Alltag eben, auch für Berufsfeuerwehrmänner. Eine Notfalltüröffnung im Betonwerk, ein Waldbrand in der Hausleithe, ein Flächenbrand, ein Mülltonnenfeuer, das auch noch auf eine Garage übergriff, und dann galt es noch eine vermisste Person zu finden. Hier war dann der Einsatz von Atemschutzgeräteträgern notwendig, die zumindest das Gerät auf dem Rücken hatten und so ein Gespür für die zusätzliche Last erhielten. Wichtig zu wissen: Eine Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger kann bei der Feuerwehr nur derjenige machen, der seinen 18. Geburtstag schon hinter sich hat. Immer wieder gab es für die jungen Feuerwehrler zu tun: Da musste ein mit Wasser vollgelaufener Keller leer gepumpt werden, nach einer Unwetterwarnung für den Landkreis Hof hatte nicht nur ein Blitz eingeschlagen, sondern lag auch ein Baum quer über einer Fahrbahn. Schließlich galt es einen Arbeiter unter einer Baumaschine zu befreien, und schließlich wurde den jungen Feuerwehrlern auch noch eine Verpuffung aus einem Ofen gemeldet.
21 Einsätze
Es ging Schlag auf Schlag, die Liste war lang und sorgte dafür, dass während der 24 Stunden wahrlich keine Langeweile aufkam, weder bei den Jugendlichen noch bei den Helfern. Realitätsnah wurden die Jugendlichen mit der Einsatzvielfalt und der vielseitigen Ausstattung der Fahrzeuge und des Gerätehauses vertraut gemacht. Plötzlich stiegen schwarze Rauchschwaden auf, Gestank machte sich breit. Ein Feuer hatte auf einen Reifen übergegriffen. Gerade für Pkw-Brände hat die Marxgrüner Wehr ein Druckluftschaumgerät, das dann unter Anleitung von Kommandant Günter Löhner zum Einsatz kam. Aber nicht nur Einsätze meisterten die Jugendlichen, auch sportliche Betätigung war gefragt, schließlich müssen die Feuerwehrler fit sein. Und so gab es eine Stunde Sport im Fitnessstudio in Naila. Alexander Ultsch, Stefanie Pittroff und Daniel Mildner hatten die vielfältigen Einsätze ausgearbeitet; sie bedankten sich zugleich bei allen Sponsoren und Helfern. "Ein ganz besonderer Dank gilt aber denjenigen, die uns Grundstück oder Objekt zur Verfügung stellen", sagte Alexander Ultsch, "denn das ist wahrlich nicht selbstverständlich." Unterstützung gab es von den Kommandanten der beiden Wehren, Günter Löhner und Manuel Gaisbauer von der Marxgrüner Wehr, und Helmut Brendel und Kristina Bayreuther von der Issigauer Wehr. Aber nicht nur die Führungsdienstgrade waren helfend zur Stelle, auch die Jugendwarte und weitere Aktive, die abwechselnd als Fahrer und Maschinisten ihren Dienst taten. Alle anderen Aufgaben absolvierten die Jugendlichen selbst, ob nun als Gruppenführer oder Einsatzleiter, auch das Funken gehörte zu den Einsätzen dazu.
Vom Können und Engagement der Jugendlichen hatten sich im Laufe des Tages auch zweiter Bürgermeister Adolf Markus aus Naila und Kreisbrandrat Helmut Wilfert überzeugt.
mehr Bilder unter: FF Marxgrün